Archive for April 5th, 2007

VoIP zu kompliziert fuer Massenmarkt

Written by admin on Thursday, April 5th, 2007 in Internet.

Obwohl sich VoIP bereits zum großen Thema in der Telekommunikationsbranche entwickelt hat, sind die notwendigen Programme nach wie vor an technisch versierte User adressiert. Zu diesem Schluss kommt die Forrester-Analystin Zayera Khan in ihrer aktuellen Studie.

“Hauptgrund für die Internettelefonie sind die niedrigen Kosten, mit denen herkömmliche Telekomanbieter nicht mithalten können”, schreibt Kahn. Um jedoch den Massenmarkt erreichen zu können, müssen die großen Software-Anbieter wie Skype, Yahoo, Google, Microsoft und ICQ ihre Programme deutlich verbessern und anwenderfreundlicher gestalten, empfiehlt die Autorin der Analyse “The VoIP Customer Experience: Work in Progress”.

Während mehr als die Hälfte der europäischen Internet-User mit dem Begriff VoIP etwas anfangen kann, haben lediglich acht Prozent ein entsprechendes Programm getestet. Die Zielgruppe definiert sich durch junge, gut gebildete Männer, die VoIP für kostenlose PC-zu-PC-Telefonate verwenden. Lediglich die Hälfte davon nutzte VoIP-Dienste nach den ersten Tests weiterhin, der Rest gab auf, so Khan. Die Gründe dafür sind vielschichtig, lassen sich jedoch hauptsächlich an mangelnder Nutzerfreundlichkeit festmachen. Die Menüs in den Programmen sind kompliziert und verwirrend und die Steuerungselemente nicht intuitiv genug. Weiters stellt der nicht vorhandene, gemeinsame Standard die User vor die unnötige Wahlmöglichkeit, welches Programm verwendet wird, kritisiert Khan. Die einheitliche Verwendung des “Session Initiation Protocol” (SIP) wäre hier ein Vorteil, so könnten auch User unterschiedlicher Applikationen miteinander telefonieren.

“Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Dass die Programme für die Masse der Konsumenten viel zu kompliziert sind, haben wir schon vor einem Jahr erkannt und entsprechend unser Angebot entwickelt”, erklärt Tilo Bonow, Sprecher von VoIP-Anbieter Jajah http://www.jajah.com, im Gespräch mit pressetext. Bei Jajah initialisieren User einen VoIP-Anruf via Web. Nach Eingabe der eigenen Rufnummer und der des Gesprächspartners, wird die Verbindung hergestellt. Neben der einfachen Lösung sieht Bonow jedoch auch den Aspekt Mobilität und Befreiung vom PC als Schlüsselfaktor. “Unser Dienst kann von jedem Smartphone mit Datenverbindung aus auch mobil genutzt werden. Der Anruf wird hierbei im Browser des Handys mit einem Klick gestartet.”

In der mangelnden Attraktivität für den Massenmarkt sieht Khan eine Chance für die eingesessenen Telekomanbieter: “Die Telcos haben hier einen sehr großen Spielraum, um die technisch weniger versierten Kunden anzusprechen.” So könnten aufgrund der Kundendaten, jene herausgefiltert werden, die viele Gespräche ins Ausland führen. Diesen Konsumenten werden dann maßgeschneiderte Angebote unterbreitet. Weiters müssen einfach zu handhabende Kommunikations-Tools entwickelt werden, deren Verbindungsmöglichkeiten über das eigene, proprietäre System hinausgehen, rät Khan.

Als Beispiel hierfür dient die Mobilkom Austria http://www.mobilkom.at. Das Unternehmen bietet seit einigen Wochen den Dienst “A1 over IP” an. “Im Gegensatz zu anderen VoIP-Anbietern wie Skype behält man bei A1 over IP immer seine Identität in Form der gewohnten 0664-Handynummer”, erläutert Mobilkom-Sprecherin Daniele Winnicki-Eisenhuth im Gespräch mit pressetext. “Zudem basiert unser System auf SIP. Als großes Plus wird von Kunden die Multiringing-Funktion gesehen”, so Winnicki-Eisenhuth. Bei eingehenden Anrufen läuten sowohl Handy als auch PC und der User hat freie Wahl, wo er den Anruf entgegennehmen möchte. “Für uns ist der VoIP-Dienst ein zusätzliches Angebot für unsere Kunden, das wir laufend erweitern”, sagt Winnicki-Eisenhuth. So können Sprachnachrichten auch von PC zu PC hinterlassen werden. Das Kontaktmanagement ermöglicht das Importieren von Outlook-Einträgen, und die Statusfunktion zeigt an, wer gerade online ist. Zusätzlich ist auch der SMS-Versand möglich.

Den Nutzertest von Forrester bestand laut Khan keiner der fünf großen Software-Anbieter, wobei Yahoo noch am besten abschnitt. “Das ist das Ergebnis der konsequenten Bemühungen seitens der Designer, aus IM-Usern Voice-User zu machen”, lobt die Analystin. ICQ als Schlusslicht habe offensichtlich kein Interesse, zum VoIP-Massenprodukt zu werden und konzentriere sich weiterhin auf sein junges Zielpublikum, mutmaßt Khan. Verbesserungen werden bei Installation und Setup sowie bei den Such-Funktionen gefordert. Zudem regt Khan an, Offline-Nachrichten zu ermöglichen und Funktions- und Verbindungstests zu integrieren. Diese Tests bietet derzeit nur Skype.

Aussender: www.pressetext.at

Gefaehrliches Hacker-Tool “Jikto”

Written by admin on Thursday, April 5th, 2007 in Internet.

Auf der Hackerkonferenz Shmoocon hat der US-Sicherheitsexperte Billy Hoffmann mit “Jikto” ein Java-Script vorgestellt, das jeden Computer für seine kriminellen Handlungen einspannen kann, ohne dass Antivirensoftware dies bemerkt.

Das von Hoffmann selbst als “äußerst gefährlich” beschriebene Programm ist mittlerweile gegen den Willen des Autors im Internet aufgetaucht und verbreitet sich unkontrolliert.

Hoffmann ist Forscher bei der Web-Security-Firma SPI Dynamics http://www.spidynamics.com. Jikto wurde von ihm ursprünglich als Sicherheitsprogramm entwickelt, das nach Schwachstellen in Webseiten suchen soll, damit sie behoben werden können. Diese Suchfunktion kann jedoch ebenfalls von Hackern für ihre Zwecke missbraucht werden. Die im Web-Browser ausführbare JavaScript-Anwendung kapert die Rechner ahnungsloser Anwender und führt einen Portscan durch. Gefundene Schwachstellen werden als Angriffsziele zurück übermittelt.

Auf der Shmoocon-Konferenz demonstrierte Hoffmann, dass die Applikation funktioniert. Dazu musste er sie online verfügbar machen. Währende eines Folienwechsels war der gesamte Link zum Programm kurzfristig lesbar. Zuhörer und Hacker Mike Schroll konnte ihn abschreiben und veröffentlichte den Quellcode daraufhin in seinem Blog. Auf Bitten von Hoffmann entfernte er diesen Eintrag nach einigen Stunden wieder. Damit lies Schroll jedoch seinen Hackerkollegen genug Zeit - der Code wurde mehrere Hundert Mal abgefragt.

Am Wochenende tauchte Jikto schließlich erneut im Web auf - diesmal in einem Hacker-Forum. Sicherheitsexperten äußern nun Befürchtungen, dass Kriminelle das erhebliche Schadpotenzial des Tools ausnutzen könnten. Jikto-Erfinder Hoffmann sieht die Veröffentlichung gelassen. “Spätestens in einigen Monaten hätten Hacker das Programm selbst entwickelt. Ich mache Schroll keinen Vorwurf - auch ich verdiene mein Geld mit Neugier”, meint Hoffmann.

Aussender: www.pressetext.at

Web 2.0 made in Germany - wirtschaftlich erfolgreich?

Written by admin on Thursday, April 5th, 2007 in News.

Web 2.0 made in Germany: Schwarze Zahlen gesucht
“Klassische Medienhäuser sind zu Web 2.0 verdammt”

- Obwohl Web 2.0-Portale in Deutschland derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen und auch durchwegs hohe Nutzerzahlen verzeichnen können, steht weiterhin ein großes Fragezeichen hinter der Wirtschaftlichkeit. Portale wie MyVideo.de, last.fm, studiVZ oder lokalisten.de präsentieren zwar stolz ihre Userzahlen, über den finanziellen Erfolg schweigen sich die Betreiber jedoch aus. “Ich sehe, dass der soziale Community-Gedanke des Web 2.0 und die Kommerzialisierung sich derzeit einander annähern. Es bleibt aber bis zum heutigen Tag dabei: Der sicherste Weg, um mit Web 2.0/Social Software Geld zu verdienen, ist der, darüber zu schreiben und zu referieren”, so Stefan Heng, Analyst bei der Deutschen Bank, gegenüber pressetext.

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Last.fm http://www.last.fm, das nach eigenen Angaben weltweit größte und am schnellsten wachsende Online-Netzwerk zum Thema Musik, hat sein Geschäftsmodell auf drei Säulen aufgebaut. Die Einnahmen werden durch Affiliate-Verkäufe, Abos für Extra-Features und klassische Werbung auf der Homepage erzielt, wie Miriam Rupp, zuständige Pressesprecherin von last.fm, gegenüber pressetext erklärt. Das Portal verzeichnet im deutschsprachigen Raum 1,5 Mio. User, weltweit sogar 15 Millionen. Der größte Markt sind die USA, gefolgt von Großbritannien, Deutschland, Japan, Polen und Brasilien. Ob die 2002 gegründete Webseite jedoch bereits schwarze Zahlen schreibe, will man gegenüber pressetext nicht bestätigen aber auch nicht dementieren. (Foto: studiVZ: Viele User, aber auch wirtschaftlich erfolgreich?)

Ein weiteres Beispiel ist MyVideo.de http://www.myvideo.de. Die deutsche “Kopie” von YouTube wurde im April 2006 gestartet bietet mittlerweile über 500.000 Videos zum Download an. Über sieben Mio. Videos werden laut eigenen Angaben täglich angesehen und täglich kommen rund 7.000 neue Videos hinzu. Bereits 20 Mitarbeiter umfasst das Team von MyVideo. Doch auch hier sind die Informationen über die Wirtschaftlichkeit rar: “Unsere finanziellen Verhältnisse werden nicht kommuniziert”, heißt es gegenüber pressetext.

Im Mai 2005 wurde von fünf Freunden aus München das Portal lokalisten.de http://www.lokalisten.de gegründet, das ein virtuelles Wohnzimmer anbietet und mittlerweile in fast allen deutschsprachigen Städten aktiv ist. Mehr als 600.000 User sind bereits registriert, zehn Mitarbeiter beschäftigt. Fragt man nach den finanziellen Hintergründen, stößt man aber auch hier auf eine Mauer des Schweigens. Und auch beim “facebook-Klon” studiVZ http://www.studivz.net , das über 1,9 Mio. aktive Nutzer verzeichnet, gibt man sich bedeckt. Das Studierenden-Netzwerk wurde im Oktober 2005 gegründet und von der Holtzbrinck-Verlagsgruppe laut Spiegel um 85 Mio. Euro übernommen. Martin Weber, Geschäftsführer von Holtzbrinck Ventures, versichert im pressetext-Gespräch lediglich, dass Holtzbrinck nur in nachhaltig tragfähige Geschäftsmodelle investiere.

“Der Netzwerkgütereffekt ist bei den innovativen Portalen stark ausgeprägt und ist mit seiner gravitativen Wirkung ein starkes Argument für große Lösungen. Klassische Medienhäuser sind heute schier dazu verdammt, sich mit dem Nutzermagnet Web 2.0 zu befassen. Aber selbst bei den Mega-Deals zwischen klassischen Medienhäusern und innovativen Internet-Plattformen sollten wir keinesfalls in blinde Euphorie verfallen”, so Heng weiter. “Denn für die innovativen Plattformen mit ihrem deutlichen Hipp-Effekt gilt: Prominenz und Ordnung sind der halbe Tod”, meint Heng abschließend im pressetext-Gespräch.

Aussender: www.pressetext.de



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