Archive for April 6th, 2007

Bayerischer Datenschützer warnt vor Online-Durchsuchung “Bundestrojaner könnte richtig teuer werden”

Der Bundestrojaner sorgt mittlerweile für ähnliches Aufsehen wie das Holzpferd, mit dem die Griechen dereinst die Trojaner hinters Licht führten. Allerdings fehlt den Verbalschlachten um die heimliche Online-Durchsuchung privater PCs bisweilen das Überraschungsmoment des mythischen Vorbilds. Nun aber belebt der bayerische Datenschutz-Beauftragte Karl Michael Betzl die festgefahrene Debatte mit neuen Argumenten: In einem Interview mit CHIP, dem Magazin für digitale Technik, warnt Betzl vor schwerwiegenden finanziellen Folgen des Bundestrojaners.

Die Forderung deutscher Sicherheitsbehörden, Privatcomputer mit Hilfe einer Spionage-Software ausspähen zu dürfen, ist datenschutzrechtlich äußerst umstritten. Doch Betzl befürchtet auch handfeste wirtschaftliche Probleme: “Die Spyware könnte das EDV-System eines Unternehmens beschädigen, Geschäftsgeheimnisse könnten in die falschen Hände geraten.” Dann, so der Landesbeauftragte, drohten Schadensersatzklagen.

Bayerns oberster Datenschützer hält die nationale Sichtweise der Befürworter einer Online-Durchsuchung für unzureichend: “Ein einmal freigesetzter Trojaner hält sich nicht an Landesgrenzen. Er könnte auch in Südafrika oder New York seine schädliche Wirkung entfalten oder einem Trittbrettfahrer den Eintritt ermöglichen.” Mit möglicherweise fatalen Folgen, so Betzl im CHIP-Interview: “Dann haben Sie nach der dortigen Rechtsordnung eine Klage am Hals. Das könnte richtig teuer werden.”

Betzl übt in dem Artikel auch grundsätzliche Kritik an den immer weiter gehenden Überwachungsmaßnahmen im Namen der Terror-Abwehr: “Inzwischen hat sich das alles verselbstständigt, der Antiterror-Schutz ist nur noch Lippenbekenntnis.”

Das vollständige Interview erscheint in der aktuellen CHIP 05/2007, die am 5. April in den Handel kommt.

Weblink:
BKA-Präsident: “Online-Durchsuchung ist kein Hacking”
Jörg Ziercke rechtfertigt den “Bundestrojaner”
Artikel bei Golem: http://www.golem.de/0703/51329.html

Mangelnder Schlaf als Testosteronkiller

Written by admin on Friday, April 6th, 2007 in Wissenschaft.

Mangelnder Schlaf führt nach Ansicht von Wissenschaftlern zu einem niedrigeren Testosteron-Spiegel bei älteren Männern. Das hat eine US-Studie an der University of Chicago zutage gebracht, die in der ersten Aprilausgabe des Fachjournals Sleep http://www.journalsleep.org vorgestellt wird.

So konnte unabhängig von den parallel durchgeführten Bluttests über die Schlafauswertung von zwölf gesunden Männern zwischen 64 und 74 Jahren deren Testosteron-Werte vorhergesagt werden. Wiesen die Männer eine kürzere Gesamtschlafdauer sowie qualitativ schlechtere Schlafperioden auf, fiel auch der gemessene Testosteron-Wert in den Keller.

Die präsentierte Studie reiht sich nahtlos in jüngste Erkenntnisse ein, die Schlafmangel mit ernsthaften Erkrankungen und Gesundheitsproblemen in Verbindung bringen. “Mittlerweile wissen wir, dass chronischer Schlafmangel zu einer Reihe von stoffwechselbedingten Erkrankungen wie Übergewichtigkeit oder Diabetes mellitus führen kann”, erklärt Somnologe Alexander Blau vom Schlafmedizinischen Zentrum an der Universitätsmedizin Berlin http://www.charite.de/schlaflabor im Gespräch mit pressetext. Auch für das Immunsystem spiele ausreichender Schlaf eine wesentliche Rolle. Bei Kindern komme hinzu, dass deren Wachstum in erster Linie in der Tiefschlafphase stattfinde, so der Schlafexperte.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund zehn Prozent von einer chronischen Schlafstörung betroffen, die therapeutisch behandelt werden sollte. “Allgemein geht man davon aus, dass die Schlafzeit durch den veränderten Lebens- und Arbeitsstil in den vergangenen 100 Jahren um rund eine Stunde abgenommen hat”, sagt Blau. Punktueller Schlafmangel sei medizinisch betrachtet nicht wirklich ein Problem. Gefährlich werde es erst dann, wenn über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zu wenig geschlafen werde”, so Blau weiter.

Als durchschnittlichen Richtwert für die ausreichende Schlafdauer nannte Blau sieben bis acht Stunden für Erwachsene, wenngleich er auch betonte, dass es sowohl gesunde Vier-Stunden-Kurzschläfer als auch gesunde Zehn-Stunden-Schläfer gebe. Um das eigene Schlafverhalten zu überprüfen rät Blau zu einem einfachen Selbstversuch: “Wenn man am arbeitsfreien Wochenende deutlich länger schläft als an Tagen während der Arbeitswoche, dann weist das auf ein Schlafdefizit hin.”

Aussender: www.pressetext.de

WLAN-Verschluesselung in 60 Sekunden geknackt

Written by admin on Friday, April 6th, 2007 in Internet.

Forscher: “WEP-Standard aus heutiger Sicht nicht mehr haltbar”

Informatikern der TU Darmstadt http://www.tu-darmstadt.de ist es gelungen, das WLAN-Verschlüsselungsverfahren WEP (Wired Equivalent Privacy) innerhalb von 60 Sekunden zu knacken. “Damit ist bewiesen, dass das Verfahren mittlerweile sehr unsicher ist”, meint Johannes Buchmann, Professor für Kryptologie an der TU Darmstadt, im Gespräch mit pressetext. WLAN-Netze mit dieser vermeintlichen Absicherung sind nach wie vor weit verbreitet. Die Forscher gehen davon aus, dass bis zu fünfzig Prozent aller drahtlosen Netze in Deutschland davon betroffen sind. “Wir empfehlen allen WEP-Nutzern dringend auf den Nachfolgestandard WPA (Wi-Fi Protected Access) umzusteigen”, sagt Buchmann.

Die theoretische Idee hinter der Methode, mit der die Nachwuchsforscher in kürzester Zeit in der Lage waren, Zugriff zu solchen Netzen zu erlangen, basiert auf einer Analyse der RC4-Stromchiffre. Diese wurde schon vor zwei Jahren von dem Mathematiker Andreas Klein veröffentlicht. Mit Hilfe einer mathematischen Weiterentwicklung dieser Analyse gelang es den Forschern, einen Angriff gegen WEP zu implementieren, der unter realistischen Bedingungen in der Lage ist, den geheimen Schlüssel in über fünfzig Prozent der Fälle in einer Zeit von unter einer Minute zu berechnen. “Der Knackpunkt war diese Methode, bei der deutlich weniger Information als bisher benötigt wird, um den Schlüssel zu brechen”, erklärt Buchmann.

WEP gilt seit Jahren als unsicherer Standard. Bereits 2001 wurden erste Angriffe vorgestellt, die zeigten, dass WEP auch in der Praxis angegriffen werden kann. Der bis jetzt beste Angriff aus dem Jahre 2004 braucht in der Regel mindestens zehn bis 40 Minuten, um den geheimen Schlüssel zu ermitteln. Die Entdeckung der Darmstädter Forscher zeigt, dass es für Personen mit entsprechenden Kenntnissen und genügend krimineller Energie praktisch keine Hürde gibt, in WEP-Netzwerke einzubrechen. “Wer sich auf diese Weise unbefugt Zugang zu einem Laptop oder Netzwerk verschafft, kann zum Beispiel unbemerkt private Nachrichten mitlesen oder den Internetzugang des ahnungslosen Besitzers benutzen”, warnt einer der WEP-Knacker, Erik Tews.

“Der WEP-Standard ist aus unserer Sicht nach dem heutigen Tag als Verschlüsselungsmethode nicht mehr haltbar”, betont Buchmann und weist darauf hin, dass viele Hersteller bereits zusätzlich zu WEP noch WPA als Sicherungsmethode von WLAN-Netzwerken anbieten. WPA wird aber häufig aus Bequemlichkeitsgründen nicht eingesetzt, da der Konfigurationsaufwand höher ist. Er basiert auf dem Verschlüsselungsstandard AES (Advanced Encryption Standard) und ist daher deutlich sicherer als WEP, so Buchmann. Zwar ist davon auszugehen, dass auch diese Methode eines Tages geknackt wird - wann es soweit sein wird, sei allerdings schwer zu prognostizieren. “Aufgrund der Erfahrungen mit den bisherigen Verschlüsselungsmethoden gehe ich davon aus, dass WPA in den nächsten zehn Jahren sicher sein wird”, so Buchmann abschließend gegenüber pressetext.

Aussender: www.pressetext.de

Ausreichende Versorgung mit DSL in Deutschland Illusion

Written by admin on Friday, April 6th, 2007 in Internet.

Nur maximal 60 Prozent der Anschlüsse in einem Telekommunikationskabel können derzeit für DSL genutzt werden / Kleine Leitungsquerschnitte der Kabel sorgen für geringe Übertragungsgeschwindigkeiten / Neue Dynamic Spectrum-Technik bietet Optimierungspotenzial

Trotz der hochgesteckten Pläne mancher Carrier-Unternehmen und der Forderung von Politikern nach “Breitband für alle”, wird es auch in den nächsten Jahren in Deutschland keine Vollversorgung mit der DSL-Technik geben. Das berichtet die IT-Wochenzeitung COMPUTERWOCHE in ihrer aktuellen Ausgabe (14/2007). So können nach Versuchen der Fraunhofer-Einrichtung “Systeme der Kommunikationstechnik” in einem klassischen Telekommunikationskabel derzeit nur maximal 60 Prozent der verfügbaren Anschlüsse für die heutige DSL-Technik genutzt werden. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass die Telefonkabel ursprünglich zum Telefonieren nur für eine Übertragung im Frequenzbereich bis zu 3,4 Kilohertz vorgesehen waren. Mit dem Siegeszug der DSL-Technik müssen diese Kabel nun Frequenzen von bis zu 2,208 Megahertz (bei ADSL2+) verkraften.

Darüber hinaus sind im deutschen Telefonnetz Kabel mit unterschiedlichen Leitungsquerschnitten verlegt. Das Spektrum reicht hierzulande von 0,35 bis 0,8 Millimetern, wobei vereinfacht gilt: Je größer der Durchschnitt, desto höhere Datenraten und Entfernungen lassen sich mit DSL transportieren beziehungsweise überbrücken. So können sich potenzielle DSL-Kunden glücklich schätzen, wenn sie in einem Gebiet wohnen, das noch vom damaligen Monopolisten Deutsche Bundespost mit dicken und kostspieligen Kupferkabeln erschlossen wurde. In manchen Neubaugebieten und Ballungszentren hat die Deutsche Telekom in den vergangenen Jahren dagegen dünnere Kabel verlegt, so dass hohe DSL-Bandbreiten dort nicht angeboten werden können.

Abhilfe bei der Störanfälligkeit im DSL-Betrieb verspricht das so genannte Dynamic Spectrum Management (DSM), das von vielen Beobachtern bereits als DSL-Nachfolger gefeiert wurde. Diese Technik ermöglicht einen geregelten DSL-Einsatz, indem die Parameter aktiv angepasst werden, um so Störfaktoren wie Nebensprechen zu vermeiden. Auf diese Weise sollen Reichweite sowie Übertragungsgeschwindigkeit erhöht werden. “Mit DSM beginnt eine neue Ära der DSL-Übertragung” blickt Helmut Steckenbiller, Geschäftsführer bei Fraunhofer in München, in die Zukunft. Allerdings werde die neue Technik wohl erst 2009 zum Einsatz kommen, so Steckenbiller. Aber selbst dann wird es in Ballungszentren kein DSL für alle geben, berichtet die COMPUTERWOCHE.

Klimawandel - USA und China - UN-Klimabericht

Written by admin on Friday, April 6th, 2007 in Umwelt.

LVZ: Hauen und Stechen
Von Andreas Friedrich

Der Klimawandel schickt seine Ausläufer auch nach Nordamerika und China. Das werden die dortigen Regierungen nicht ändern können. Auch wenn sie jetzt verbissen ein Hauen und Stechen veranstalteten, um den begleitenden Schlusstext zum aktuellen UN-Klimabericht abzuschwächen.

Da ging es wohl um vorbeugende Schadensbegrenzung für spätere Vorwürfe wegen ignorierter Mitverantwortung, um Wählerstimmen und um Wachstumschancen. Mit dem Klimawandel selbst hatte es nichts zu tun. Der ist in vollem Gange, messbar und spürbar auf allen Kontinenten. US-Präsident George W. Bush will ohne Gesichtsverlust aus der Klimadiskussion herauskommen. Ein solcher wäre für ihn offensichtlich eine Meinungsänderung. Also gibt er sich beratungsresistent.

Die Chinesen sehen ihre wirtschaftliche Dynamik gefährdet, wenn sie sich auf eine Senkung von Treibhausgasemissionen einlassen. Das stimmt sogar, kurzfristig gedacht. Doch die Behebung der Spätfolgen eines ungebremsten Klimawandels wird umso teurer. Mit egoistischem Blick auf Wähler und Wirtschaft halten sich die USA und China mit der Anerkennung der Realität zurück. Sie sind nur dabei statt mittendrin. Der Tag wird aber nicht kommen, an dem die Forscher ihre Erkenntnisse über den Haufen werfen. Pardon, es wird doch nicht so schlimm, wir haben uns verrechnet. Dafür ist die Kontinuität der separat voneinander gefundenen Erkenntnisse zu groß.

Der zweite Teil des UN-Klimaberichts versorgt die Menschheit nicht mit atemberaubenden Neuigkeiten. Die Unterschiede zum bisher bekannten liegen in verbalen Nuancen. Da wechselt der Grad der Gewissheit einer Vorhersage von “eher” zu “extrem” wahrscheinlich. Statt “mittlere” gilt für immer mehr Aussagen “hohe” oder “sehr hohe” Zuverlässigkeit. Die Tendenz bleibt die gleiche.

Sie zwingt zum Handeln. Obwohl die meisten Erkenntnisse auf dem Tisch liegen, ist der globale Reformansatz noch nicht gefunden. Bisher ist vieles gut gemeint, bleibt aber Stückwerk. Erneuerbare Energien werden unterstützt. Autos sollen sauberer, Flüge stärker besteuert, Häuser mehr gedämmt werden. Reduzieren würde man die Gesamtabgabe von Treibhausgasen in die Atmosphäre damit aber nur um ein paar Prozent. Um mehr zu erreichen, müsste es endlich klimaschädlichen Energieträgern wie der Braunkohle an den Kragen gehen.

Das muss nicht mit Verboten passieren. Funktionieren wird der Klimaschutz nur, wenn er auf Marktmechanismen setzt. Weil klar ist, dass Vorbeugung und Anpassung an eine globale Erwärmung ihren Preis haben, könnte dieser schon vorab auf Produkte und Dienstleistungen aufgeschlagen werden. Klimaschädliches wäre teurer, Klimafreundliches preiswerter. Der Wirtschaft wäre eine Richtung vorgegeben. Auch der in den Staaten, die vorgeben zu glauben, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung an ihren Außengrenzen haltmachen. (Leipziger Volkszeitung)



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