Typologie des Web 2.0 Nutzers

Written by admin on Saturday, October 20th, 2007 in Web 2.0.

„Produzenten“, „Spezifisch Interessierte“ oder „Kommunikatoren“, „Unterhaltungssucher“? „Selbstdarsteller“, „Netzwerker“, „Profilierte“ oder „Infosucher“? Mit diesen Begriffen werden acht Nutzertypen von Web-2.0-Anwendungen in einer neuen Studie des Markt- und Medienforschungsinstitutes result und der Medienforschung des Südwestrundfunk (SWR) unterschieden.

Die Untersuchung liefert Erkenntnisse über das qualitative und quantitative Mediennutzungsverhalten von Web-2.0-Anwendern. „Mit den Ergebnissen unserer Studie können wir beschreiben, wie der Nutzer mit den neuen Möglichkeiten im Web 2.0 umgeht, welche Angebote er sucht und selber einstellt und wie er seine verfügbare Zeit auf die verschiedenen Medien verteilt. Web 2.0 ist Mitgestaltung im Netz und öffentliche Kommunikation. Die Nutzer von Web 2.0 sind Konsumenten und Produzenten in einem, jeder kann theoretisch mediale Inhalte in unterschiedlichsten Formaten publizieren. Die Technologien dafür sind leicht zu lernen und die technische Ausstattung stellt keine Hürde mehr dar. All diese Veröffentlichungen stehen in einem kommunikativen Kontext. Die Mediennutzung ist interaktiv und immer öfter auch personalisiert, die Nutzer wollen sich austauschen, informieren und unterhalten“, kommentiert Sabine Haas, Geschäftsführerin der result gmbh, die Ergebnisse der Studie.

Dr. Walter Klingler, Leiter der Abteilung Medienforschung des SWR, ergänzt: „Vor allem das Kommunikationsverhalten in und mit dem Medium Internet ändert sich, mit erkennbaren Folgen für die übrigen Medien. Wir wollten mit der Studie herausfinden, welche Bedeutung Web 2.0 im Medienmix hat. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Fernsehen, Hörfunk und Print auch künftig eine wichtige Rolle spielen werden.“

Acht Nutzertypen beim Web 2.0
Für die Studie wurde ausschließlich die private Mediennutzung betrachtet. 501 Nutzer wurden online befragt, die über einen Breitband-Anschluss verfügen und mindestens zwei Mal pro Woche typische Web-2.0-Anwendungen wie Videocommunities, Fotocommunities, Social-Networking-Sites, Weblogs, Podcasts und / oder Wikis besuchen. Gefragt wurde nach den Interessen, die die Nutzer bei den Besuchen verfolgen, nach dem Wunsch, eigene Beiträge anzubieten und nach den Bedürfnissen an Inhalte und Formen der Kommunikation im Netz. Die Motive der Nutzung waren ausschlaggebend für eine Kategorisierung in acht – sich an den Rändern überschneidenden – Nutzertypen: „Produzenten“ (ca. 6 Prozent der Befragten), „Selbstdarsteller“ (ca. 4 Prozent), „Spezifisch Interessierte“ (ca. 17 Prozent), „Netzwerker“ (12 Prozent), „Profilierte“ (ca. 7 Prozent), „Kommunikatoren“ (ca. 34 Prozent), „Infosucher“ (ca. 31 Prozent) und „Unterhaltungssucher“ (ca. 34 Prozent).

Es fällt auf, dass die Gruppe der speziell an einzelnen Themen Interessierten, das sind Nutzer, die die Partizipationsmöglichkeiten des Web 2.0 im Kontext eines ganz bestimmten Interesses oder Hobbys nutzen, mit 17 Prozent einen verhältnismäßig großen Teil ausmacht. Die Gruppe der „Selbstdarsteller“ dagegen, denen es in erster Linie um die Darstellung der eigenen Person geht, ist mit nur rund 4 Prozent vertreten. 34 Prozent gehören zur großen Gruppe der „Kommunikatoren“, die Web-2.0-Anwendungen vorrangig als Inhalte für die eigene Kommunikation verwenden und weniger aktiv selbst gestaltend nutzen.

Methode und Untersuchungsdesign
Das Studiendesign umfasst drei aufeinander aufbauende Module. Zur Absicherung der Untersuchungsfragen und zur Generierung von Hintergrundinformationen wurden zunächst Experteninterviews mit so genannten A-Bloggern und Podcastern realisiert. Darauf aufbauend wurden Gruppendiskussionen mit insgesamt 72 Teilnehmern geführt, regelmäßigen Nutzern des Internets, die zu gelegentlichen bis regelmäßigen Web-2.0-Nutzern gehören. Basis für die Quantifizierung der Untersuchungsergebnisse war eine für die Web-2.0-User repräsentative Onlinebefragung mit 501 Personen.

Weitere Infos zur Studie Web 2.0 finden Sie unter: result.de

Sieben Thesen fuer das Mediengeschaeft der Zukunft

Written by admin on Tuesday, May 8th, 2007 in Medien.

In seiner aktuellen Studie GRID MEDIA (Untertitel: “Überlebens-Strategien für Publisher im digitalen Zeitalter”) hat das Frankfurter Media-Consult-Unternehmen Timelabs “sieben Thesen für das Mediengeschäft der Zukunft” formuliert, teilt das Unternehmen mit.

Um den dramatischen Änderungen ihres Geschäftes gerecht zu werden, müssen Publisher, so die Frankfurter Berater, ihr strategisches Handeln an diesen Thesen ausrichten:

1. Konvergenz: Die Digitalisierung schreitet voran. Alle Medienformate, von der Zeitung bis zum Radio, vom Buch bis zum Film, werden (künftig ausnahmslos) digital erzeugt, gespeichert und von dieser Datenbasis aus distribuiert und/oder weiterverarbeitet. Auch wenn viele analoge Formate (und Märkte) vorerst weiterbestehen, wird das Internet sukzessive zur “ersten, allgemeinen Plattform” aller medialen Angebote. Als Folge dessen setzt ein (Verdrängungs-)Wettbewerb aller Medienanbieter quer über alle Medienformate ein.

2. Allgegenwart: Mit den wachsenden Funktionalitäten mobiler Kommunikationsgeräte (PDAs, SmartPhones) wächst ein Bedarf nach “allgegenwärtiger Verfügbarkeit aller Daten und Informationen zu jeder Zeit”. Diese sogenannte “A3″-Nachfrage (anything, anywhere, anytime) zwingt die Medienanbieter einerseits zur Abkehr von der “periodischen Auslieferung” hin zu einem kontinuierlichen Medienangebot (24/7) und erfordert andererseits neue Partnerschaftsformen, auch mit Wettbewerbern, um die anbieterübergreifenden Informationsbedürfnisse der Nachfrager bedienen zu können.

3. Individualisierung: Zugleich ist dem Nachfrager nicht länger damit gedient, mit der ganzen Breite des täglichen Informationsangebots gleichsam “zugeschüttet” zu werden. Umgekehrt fordern Anwender vielmehr mit Nachdruck nach dynamischen Filtern, also nach einer “an- und abschaltbaren” Möglichkeit der Ausrichtung des Informationsstroms an ihren individuellen Bedürfnissen.

4. Integration: Die Einbeziehung des Kunden auch in die inhaltliche Wertschöpfung, also die Integration von User Generated Content, ist eine spezielle Facette der Individualisierung und eine besondere Herausforderung für den Publisher. In ihrem Zusammenwirken werden die genannten Anforderungen der “Coopetition” und der “Customer Integration” die Aufgabenstellung in den Redaktionen zunehmend von den Inhalten hin zu community-orientierten Dienstleistungen verändern.

5. Targeting: Auch die überkommenen, reichweite-gestützten Werbemodelle werden von dem Paradigmenwechsel der Individualisierung grundlegend in die Richtung von erfolgsbasierten Modellen verändert. Mit dem Versprechen, dem Anwender “nur noch solche Werbebotschaften auszuliefern”, die von diesem als “gewünscht und/oder interessant” angesehen werden, hat eine Entwicklung hin zu einer profilgestützten Werbung eingesetzt.

6. Technologiekompetenz: Neben den strategischen und organisatorischen Anforderungen der so skizzierten Entwicklung tritt die Forderung, die bestehende inhaltliche Kompetenz der Medienhäuser zunehmend mit technologischen Kompetenzen auszustatten. Ohne die Fähigkeit, Kundenbedürfnisse in Applikationen zu übersetzen und umzusetzen, entgleiten dem Publisher die Grundlagen seines Geschäftsmodells.

7. Selbstverständnis-Wandel: Um in diesem Umfeld auch künftig zu bestehen, muss sich der inhalteorientierte Verleger der Vergangenheit hin zum dienstleistungsorientierten Veranstalter seiner Community entwickeln. In dieser grundlegenden Änderung des Selbstverständnisses sehen die Autoren der Studie die größte Herausforderung.

“Der Anforderungs- und Änderungsdruck, der auf den Medienhäusern und den Unternehmern lastet, ist niemandem verborgen geblieben”, so Isaac van Deelen, Timelabs-Geschäftsführer und Mit-Autor der Studie. “Und doch überstrahlt Wunschdenken das tägliche Handeln. Verunsichert vom Entwicklungstempo und auch von der Uneindeutigkeit der Marktsignale (etwa das Paid-Content-Dilemma oder das häufige Missverhältnis von Publikumszuspruch und Profit), hoffen viele Medienunternehmer, dass der Sturm an ihnen, bitte doch, vorüberzieht.”

“Dieser Zwiespalt hält viele Medienunternehmer davon ab, die tatsächlich gleichzeitig bestehenden Chancen zu ergreifen, um damit den unabwendbaren Strukturwandel ihres Geschäftes zu befördern,” erklärt Marc Ziegler, ebenfalls Timelabs-Geschäftsführer und Mit-Autor der Studie. “Ob Local Search oder Community, ob Dienstleistung oder inhaltliche Alleinstellung, die Bedingungen für den Strukturwandel und für die Neu-Erfindung des eigenen Geschäftes waren für Medienhäuser nie günstiger, aber auch nie drängender.”

Die Timelabs Management Consulting GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, aufkommende ökonomische und technologische Entwicklungen der TIME-Branche (Telekommunikation, IT, Media, Entertainment) zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu identifizieren. Wo die Entwicklungen nachhaltig sind, berät Timelabs die Unternehmen mit Konzepten und konkreten Handlungsempfehlungen bei der Umsetzung. 1999 als Denkfabrik der damaligen “Diebold Management- und Technologieberatung” gegründet, hat Timelabs seinen Hauptsitz heute in Frankfurt am Main. Aktuell stellt das Unternehmen seine Studie “Grid Media - Überlebens-Strategien für Publisher im digitalen Zeitalter” vor.

Schlechte Noten fuer IT an deutschen Universitaeten

Written by admin on Friday, April 13th, 2007 in Internet.

Schlechte Noten für IT an deutschen Universitäten /
Universitätsportale bieten Studierenden kaum interaktive Dienste

Deutschlands Universitäten schöpfen die Möglichkeiten moderner Informationstechnologie nicht aus. IT- und Onlineangebot lassen oft zu wünschen übrig. Das zeigt eine Studie von TNS Infratest, die im Auftrag von Microsoft durchgeführt wurde. Dazu wurden 200 Studenten verschiedener Fachrichtungen und Semester befragt, die an deutschen Universitäten eingeschrieben sind und teilweise ein Auslandsstudium absolviert haben. Dabei wird deutlich, dass an vielen Universitäten die technologische Basis für einen “digitalen Campus” besteht. Woran es jedoch häufig noch mangelt, sind attraktive Dienste und Anwendungen, die die universitären Prozesse unterstützen und damit den Studenten das Lernen leichter machen. Infolgedessen vergeben nur 7 Prozent der befragten Studenten die Bestnote 1 für das IT-Angebot ihrer Universität.

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Deutschlands Universitäten schöpfen die Möglichkeiten moderner Informationstechnologie nicht aus. Das zeigt eine Studie von TNS Infratest im Auftrag von Microsoft Deutschland. Dazu wurden Studierende verschiedener Fachrichtungen und Semester befragt. Woran es häufig noch mangelt, sind attraktive Dienste und Anwendungen, die die universitären Prozesse unterstützen und damit den Studenten das Lernen leichter machen. (Grafik: Microsoft Deutschland GmbH)

57 Prozent der befragten Studenten gaben an, dass es an ihrer Universität ein institutsbezogenes oder zentrales Internetportal gibt. Fast 90 Prozent der Studenten bewerten dieses teilweise oder vollständig als nützlich. Trotzdem wird das Portal von mehr als der Hälfte der Studenten nie, selten oder nur gelegentlich genutzt.

Die Studie zeigt, dass die universitären Portale in der Regel kaum interaktive Prozesse zulassen und vor allem als einseitiger Kommunikationskanal genutzt werden können. So dienen viele Portale der bloßen Informationsverbreitung durch die Universität. Es fehlt die Möglichkeit, Formulare beispielsweise zum Fachwechsel online einzureichen. 46 Prozent der befragten Studenten gaben an, dass man sich an der Hochschule nicht über das Internet zu Prüfungen anmelden kann. 83 Prozent aller Befragten hielten dies für wichtig. Ebenfalls ein hoher Bedarf (78 Prozent) wurde hinsichtlich der Online-Übersicht über die eigenen Studienergebnisse und die bereits erbrachten und noch ausstehenden Leistungsnachweise deutlich. Erst etwas mehr als einem Viertel der Studierenden steht dieser Service derzeit zur Verfügung. 83 Prozent der Befragten gaben an, dass keine virtuellen Sprechstunden oder Chats mit Dozenten angeboten werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist der zu langsame Informationsfluss - obwohl sich das Internet bestens für die schnelle Übermittlung von Nachrichten eignet. So wünschen sich 95 Prozent der Befragten die Online-Bekanntgabe von kurzfristigen Terminänderungen. Attraktive Anwendungen und schnelle Dienste für eine flexible Planung des Alltags lassen folglich noch zu wünschen übrig.

Analoge Lehrmethoden

In der Lehre werden Informationstechnologie und neue Medien nur sehr verhalten eingesetzt. Mehr als 60 Prozent der Studenten bekommen ihren Lehrstoff noch mit Tafel und Overhead-Projektor präsentiert. Immerhin fast 70 Prozent der Befragten berichten vom Einsatz von Beamern, allerdings ohne Verbindung zum Internet. Neue Methoden wie Chats oder Blogs zur Vernetzung mit Studenten anderer Hochschulen auch im Ausland haben nur 15 Prozent der Studierenden in der Lehre erlebt. Nur 5 Prozent der Befragten werden von den Universitäten regelmäßig virtuelle Arbeitsräume zum Informationsaustausch angeboten. Die Nachfrage danach ist eindeutig höher: Knapp 60 Prozent erachten virtuelle Arbeitsräume für sinnvoll. 83 Prozent der Studenten wünschen sich Online-Tests und Übungsaufgaben, besonders Naturwissenschaftler und Mathematiker setzen mit knapp 90 Prozent auf Online-Übungen.

Universitäten im Ausland haben die Nase vorn

Im Vergleich schneiden die ausländischen Universitäten besser ab als deutsche Hochschulen: 46 Prozent der Studenten, die einen Teil ihres Studiums im Ausland verbracht haben, bewerten das IT- und Onlineangebot der Auslandsuniversität deutlich besser als das der heimischen Hochschule.  23 Prozent der Befragten schätzen das Angebot der deutschen Universität als besser ein. Genauso viele Studenten sehen keinen Unterschied zwischen Heimat- und Auslandshochschule.

Was die Universität von morgen bieten soll

Nach konkreten Wünschen an die Universität von morgen gefragt,
nannten die befragten Studenten unter anderem Folgendes:

- Mehr Vernetzung zwischen den Universitäten im In- und Ausland
für mehr Wissensaustausch
- Versand von Noten oder aktuellen Nachrichten per SMS auf das Handy
- Interaktive, virtuelle Lehrveranstaltungen
- Möglichkeit, Vorlesungen als Webcast im Nachhinein online abzurufen
- Blogs mit aktuellen Zusatzinformationen zu den Veranstaltungen

“Die Studie hat uns gezeigt, dass viele Universitäten Deutschlands noch nicht ganz in der digitalen Welt angekommen sind. Das Niveau ist in der Regel niedriger als bei anderen öffentlichen Einrichtungen. Erste Schritte sind gemacht, aber nur sehr wenige Hochschulen sind auf dem neuesten Stand und haben den ‘digitalen Campus’ realisiert”, sagt Swantje Rosenboom, Bereichsleiterin Forschung und Lehre von Microsoft Deutschland.

Das IT-Angebot ist ein immer wichtigerer Faktor hinsichtlich der Attraktivität einer Hochschule. Deshalb ist es für Universitäten unumgänglich, sich für den Wettbewerb zu rüsten. Es wird von den Hochschulen erwartet, die Studierenden fit für den Berufsalltag zu machen, wozu auch der alltägliche Umgang mit internetbasierten Services und modernen Medien zwecks Vernetzung in einer digitalen Welt gehört. An den Universitäten Hamburg, Karlsruhe und Aachen ist die Verwirklichung des digitalen Campus mit Unterstützung von Microsoft im Rahmen von Pilotprojekten bereits in vollem Gange.

Prof. Dr. Burkhard Rauhut, Rektor der RWTH Aachen, zur Situation an seiner Hochschule: “Durch unser Konzept des Digitalen Campus, das wir vor fünf Jahren eingeführt haben, sind wir auch in Zukunft attraktiv für Studierende. Wir bieten ihnen damit im digitalen Zeitalter einen möglichst einfachen und barrierefreien Zugang zu allen möglichen Veranstaltungen. Damit wird die Kooperation zwischen Studierenden und Lehrenden auf eine ganz neue Plattform gestellt.”

Eine Zusammenfassung der Studie und zugehöriges Bildmaterial sowie weitere Informationen zu den Pilotprojekten an den Universitäten Hamburg, Karlsruhe und Aachen können beim Microsoft Presseservice angefragt werden.



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